Visitenkarten: Weder peinlich noch altmodisch

Visitenkarten sind out? Ganz und gar nicht! Warum sie aus der Geschäftswelt nicht wegzudenken sind und auch für Bewerber*innen sinnvoll sein können, verrate ich dir im heutigen Artikel.

Visitenkarten: Weder peinlich noch altmodisch

„Wer braucht im digitalen Zeitalter noch Visitenkarten aus Papier?“, denken sich vor allem viele junge Leute. Tatsächlich vernetzen sich Geschäftsleute gerne virtuell auf XING und LinkedIn. Privat werden Facebook und WhatsApp genutzt, um in Kontakt zu bleiben und Informationen auszutauschen. Elektronische Visitenkarten mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen werden in Sekundenschnelle via Smartphone weitergeleitet. Und da sollen sich Visitenkarten noch lohnen? Wir sagen: Ja! Visitenkarten bieten einige Vorteile im persönlichen Kennenlernen und helfen dir, den positiven Eindruck zu verstärken und das Aufeinandertreffen lebhaft in Erinnerung zu halten. 


Visitenkarten als Gesprächseröffner

Visitenkarten haben eine wichtige Funktion, wenn es darum geht, mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Sie erleichtern Menschen, die sich zum ersten Mal sehen, den Einstieg in den Small Talk. Viele kennen Situationen wie diese: An Netzwerkabenden oder in Seminarpausen steht man sich gegenüber, lächelt verlegen und fragt leicht angespannt: „Und, was machen Sie so beruflich?“ In solchen Augenblicken sind alle, die ihre Visitenkarten zücken können, fein raus! Visitenkarten weisen uns sozusagen aus. Unser Gegenüber sieht sofort, wer wir sind, was wir beruflich machen und auf welchem Wege wir zu erreichen sind. Mehr noch: Viele Gesprächspartner*innen sind regelrecht erleichtert, wenn sie Visitenkarten entgegennehmen dürfen und damit einen Gesprächsaufhänger bekommen. Da gibt es einiges, was sich als Gesprächsstoff anbietet: der Job, die Position im Unternehmen, die Ausbildung, der Wohn- oder Arbeitsort, oder Farben, Formen und das Material der Karte. Letzteres ist sehr wesentlich. Die Haptik, also die gefühlte Wahrnehmung, spielt eine große Rolle, wenn wir Gedrucktes in Händen halten. Papiere können glatt oder rau sein, dick oder dünn, matt oder glänzend, abgerundete Ecken oder eine Lackierung haben. Aber Moment Mal, Visitenkarten aus Papier? Da geht doch noch mehr!


Auffallen und Nachbereiten

Zugegeben, das Auffallen mit Visitenkarten aus ungewöhnlichen Materialien hat einen Nachteil. Visitenkarten aus Leder, Holz oder Karten aus vier Lagen Papier - sogenannte MulitLoftTM-Visitenkarten - kann man nicht in herkömmlichen Visitenkarten-Etuis verstauen. Findet man allerdings einen Weg, seine Karten unversehrt  - also weder schmutzig noch verbogen - zu transportieren und zu überreichen, gehört einem viel Aufmerksamkeit. Und: Der Trend geht zu dick. Wenn möglich, noch dicker oder gar am dicksten. Eine starke Visitenkarte sagt aus: Das bin ich wert. Eine Knigge-Regel für die richtige Übergabe von Visitenkarten findest du übrigens im Artikel zum Thema Kommunikation im Geschäftsleben. Als Hinweis an dieser Stelle: Begegne deinem Gegenüber beim Austausch der Visitenkarten mit besonder Höflichkeit. Bekommst du eine Karte, bedanke dich und schau sie auch an. Du kannst sie ruhig während des Gesprächs noch etwas in Händen halten, bevor du sie in deine Tasche steckst. Bei Nervösität hilft sie dir, den Namen deines*r Gesprächspartner*in diskret noch einmal nachzulesen, damit du vor lauter Aufregung nicht ins Stottern gerätst. Die Beachtung der Visitenkarte drückt Wertschätzung aus, sie ungelesen einzustecken hingegen zeugt von fehlendem Interesse.

Die Visitenkarte des*r Gesprächspartner*in dient dir gleichzeitig als Erinnerungstütze und Memo. Du kannst nach dem Gespräch durchaus Notizen anfertigen und dir Inhalt und persönliche Gedanken zum Treffen notieren. Notfalls haben einige Worte auf der Visitenkarte Platz oder du nimmst dir die Zeit für eine Gesprächsnotiz in deinen Unterlagen. Diese Anmerkungen helfen dir später bei der Nachbereitung des Treffens und lassen dich in einer persönlichen Nachricht auf diversen beruflichen Netzwerken als aufmerksame*n Zuhörer*in glänzen. Auch bei der späteren Kontaktaufnahme per Mail oder Social Media gilt wieder: Für das Gespräch bedanken nicht vergessen!


Visitenkarten im Bewerbungsprozess

Einsteiger*innen in das Berufsleben rate ich entgegen dieses Trends zu dicken und manchmal protzerischen Visitenkarten jedoch dazu, nicht allzu dick aufzutragen. Allerdings kann eine kreativ gestaltete Visitenkarte, die Individualität zur Geltung bringt, sehr hilfreich sein, um aus der Masse hervorzustechen.

Für Berufseinsteiger*innen, die vielleicht auf Jobmessen gehen, empfiehlt sich folgende Gestaltung: Auf die Vorderseite gehören der Name und alle wesentlichen Kontaktdaten (Achtung auf die Seriosität der E-Mail-Adresse!), die Ausbildung (wenn möglich mit Abschluss) und eventuell ein Foto. Auf der Rückseite haben Alleinstellungsmerkmale aus dem Lebenslauf Platz (Auslandsaufenthalte, besondere Kenntnisse oder Praktika) oder auch ein QR-Code zur Weiterleitung auf ein Netzwerk-Profil oder zu einem Bewerbervideo. Vergiss nicht, genügend Visitenkarten eingesteckt zu haben. Auf Jobmessen oder Netzwerktreffen steigt der Verbrauch von Visitenkarten schnell und nichts ist blöder, als beim letzten tollen Gespräch keine Kontaktdaten mehr übergeben zu können. 


Visitenkarten selbst gemacht

Beim Erstellen deiner Visitenkarten kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Achte dabei darauf, welche Position du erreichen möchtest und in welcher Branche du tägig sein willst. Für Jobs im Bereich Grafik, Design oder Marketing kannst du aus dem Vollen schöpfen und das Gegenüber mit ausgefallenen Ideen begeistern. Natürlich sollen deine Kontaktdaten dennoch gut lesbar sein und nicht in einem Farbengewirr untergehen. Der Link zu deinem Online-Portfolio ist auf deiner Vistenkarte perfekt platziert. Für Branchen, in denen du seriös wirken willst wie dem Bankwesen oder der Unternehmensberatung empfiehlt es sich, ein klassischeres Design zu wählen. Dafür kannst du mit Hochwertigkeit wie der Papierdicke oder einer erhabenen Schrift punkten.

Die besten Druckergebnisse bringen Layouts in einer Auflösung von mindestens 300 dpi. Druckereien nehmen Druckvorlagen meistens in den Dateiformaten .jpg, .gif oder .pdf entgegen. Online Druckereien bieten meist auch die Möglichkeit, Visitenkarten direkt im Internet zu gestalten. So benötigst du keine spezielle Software und erhältst dennoch ein professionelles Produkt. Je nach Anbieter kannst du frei festlegen, wie viele Visitenkarten du bestellen möchtest oder musst eine Mindestbestellmenge abnehmen. Hier lohnt es sich, die Preise zu vergleichen und sich zu überlegen, wie viel Stück du für die nächsten Monate benötigst. Stehst du vor dem Studienabschluss, planst einen Telefonanbieterwechsel oder naht deine Hochzeit, bestelle lieber weniger Visitenkarten. Nach dem Lebensereignis benötigst du ja doch wieder neue Karten mit den aktualisierten Daten. Und wer jetzt denkt, die neue Nummer kritzelt man einfach dazu, zerstört dabei den guten Eindruck, den er oder sie bei der Übergabe erzielen möchte. Das Gegenüber wird sich wundern, ob du zu geizig oder einfach verplant warst, die Visitenkarten rechtzeitig neu zu bestellen. 

UNSER FAZIT

Visitenkarten bieten eine tolle Möglichkeit zum Gesprächseinstieg. Sie geben Auskunft über deinen Namen, deine berufliche Position und deine Kontaktdaten und sind wertvolle Erinnerung an das persönliche Gespräch. Bewerber*innen  verstärken beim Austausch von Visitenkarten den professionellen und interessierten Eindruck. Achte bei der Erstellung auf ein angemessenes und hochwertiges Design. Kreativität fällt auf und bleibt im Gedächtnis, sollte aber auch zu deiner beruflichen Stellung und deinem Charakter passen. Die eigenen Visitenkarten kann man bequem online erstellen und bestellen. Achte darauf, deine Daten aktuell zu halten und bei Änderungen neue Visitenkarten drucken zu lassen. 

Viel Spaß beim Kreieren deines starken, individuellen Auftritts mit Hilfe deiner persönlichen Visitenkarte wünscht dir dein Team von tirolerjobs.at!

 

Susanne Huber-Schwarz - Bewerbungsfee

Susanne Huber-Schwarz, bewerbungsfee.at

Susanne korrigiert und optimiert unter anderem Bewerbungsunterlagen oder erstellt sie auf Wunsch ganz neu. Für nähere Informationen steht sie dir telefonisch unter +43 660 5025820 oder susanne@bewerbungsfee.at zur Verfügung. Susanne freut sich auf deine Anfrage!

 

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