Schriftliche Bewerbung anstatt persönliches Gespräch: So hältst du den Dialog aufrecht

„Mit dem Reden kommen die Leut’ zusammen“, heißt es im Volksmund. Es stimmt: Kommunikation bedeutet Kontaktaufnahme. Wenn wir uns gegenübersitzen oder gegenüberstehen, findet permanent Kommunikation statt. Selbst dann, wenn wir nicht miteinander sprechen, teilen wir uns über Blicke, Gestik oder über unsere Körperhaltung mit.

Schriftliche Bewerbung | statt Gespräch

Stimme und Körpersprache machen im persönlichen Gespräch angeblich den größten Teil der Wahrnehmung aus. Diese Überlegung bewegte in den 1980er Jahren den deutschen Direktmarketing-Papst Prof. Siegfried Vögele dazu, eine Methode zu entwickeln, die darauf abzielt, Verkaufsbriefe noch erfolgreicher zu gestalten. Er ging davon aus, dass ein „stummer“ Brief ein persönliches Verkaufsgespräch in der Art und Weise ersetzen müsse, dass Empfänger*innen vom Angebot überzeugt und zum Kauf animiert werden. Diese Methode eignet sich auch wunderbar für dein Bewerbungsschreiben!


Die Prof. Vögele Dialogmethode®:
Von Filtern und Verstärkern

Die Methode ist darauf ausgelegt, den Verlust von Optik und Akustik in einem Brief auszugleichen. Ziel ist ein möglichst sympathisches Auftreten über Inhalt und Stil und das Erreichen der LeserInnen auf der Beziehungsebene. Prof. Vögele spricht in diesem Kontext von Filtern und Verstärkern, die es zu vermeiden, beziehungsweise zu erreichen gilt. Einig der Filter, die du vermeiden solltest, erklären wir dir gerne. 

Falsche Ansprechperson gewählt

Falscher Name der Empfängerin oder des Empfängers: Der Name ist Teil unserer Identität. Niemand mag es, wenn er falsch geschrieben wird! Wenn du dir nicht sicher bist, wie man einen Empfängernamen richtig schreibt, scheue dich nicht davor, in der Firma anzurufen und ihn dir buchstabieren zu lassen. Hast du den richtigen Namen auf diese Weise herausgefunden, hast du gleichzeitig eine wunderbare Möglichkeit erhalten, die Empfängerin oder den Empfänger persönlich in deinem Brief anzusprechen. Hast du den Namen telefonisch nicht ganz verstanden und möchtest nicht noch einmal beim Unternehmen anrufen, hilft auch, den verstandenen Namen mit dem Firmennamen zu googlen. Auch über LinkedIn kannst du häuftig Namen und Titel des Gegenübers überprüfen, sodass du ihn oder sie direkt ansprechen kannst, anstatt "Sehr geehrte Damen und Herren!" verwenden zu müssen. 

Die Betreffzeile vergessen

Bitte die Betreffzeile niemals auslassen! Sie ist der erste Blickfang im Anschreiben und ermöglicht es dem*r Personaler*in, die Bewerbung direkt zuzuordnen. Verwende den Betreff dazu, die Bezeichnung der ausgeschriebenen Stelle mit einer eventuellen Referenznummer anzuführen. Das Wort Betreff in die Zeile aufzunehmen, ist allerdings nicht mehr zeitgemäß und kann getrost weggelassen werden. Der*die Leser*in weiß durch die Formatierung, dass es sich um den Betreff handelt. Die Betreffzeile kannst du fett formatieren, damit sie wirklich ins Auge sticht. Vom Unterstreichen solltest du bei der Formatierung allerdings absehen, genauso wie von einem Rufzeichen oder Punkt am Ende der Betreffzeile.

Zu lange Sätze

Je kürzer die Sätze, umso besser. Ideal sind 15 Wörter pro Satz oder ein Satz, der nicht über 1,5 Zeilen hinausgeht. Du kennst es sicher aus deiner eigenen Leseerfahrung. Zu lange Sätze verwirren, zwingen einen, zurückzuspringen, um den Sinn komplett zu erfassen und stören den Lesefluss. Bedenke, dass Personaler*innen nicht viel Zeit haben, deine Bewerbung zu prüfen und du ihnen diese Aufgabe nicht unnötig erschweren musst. Gerade für Positionen, in denen du mit Kund*innen oder fachfremden Personen zu tun hast, kannst du schon im Anschreiben beweisen, dass du dich gut und verständlich artikulieren kannst.

Schreiben im Nominalstil 

Aktiv zu schreiben bedeutet, mehr Zeit- als Hauptwörter zu verwenden. Insbesondere die Substantive mit den Endungen „-ung“, „-heit“ und „-keit“ werden als sperrig wahrgenommen. Ein Beispiel: Statt „Ich liebe die Herausforderung!“ schreibst du einfach „Tolle Projekte fordern mich heraus.“ Den Nominalstil kennst du vermutlich aus Behördentexten oder wissenschaftlichen Arbeiten. Bei der Bewerbung möchtest du dein Gegenüber aber begeistern und auf der Gefühlsebene ansprechen. Dies gelingt der mit dem lebendigeren Verbalstil, der der Umgangssprache ähnlich ist, wesentlich besser. Falls es dir schwer fällt, im Verbalstil zu formulieren kann es helfen, die Frauen in deinem Bekanntenkreis um Hilfe zu bitten. Laut Sozioliguistik tendieren Frauen nämlich eher zum Verbalstil, während Männer eher den Nominalstil bevorzugen. 

Keine oder unleserliche Unterschrift 

Der Großteil der Unterlagen wird heute online eingereicht. Das soll dich aber nicht davon abhalten, deinen Brief mit einer handschriftlichen Unterschrift zu versehen! Am besten einen guten Stift oder eine schöne Füllfüfeder nehmen, deinen vollen Vor- und Nachnamen leserlich auf ein weißes Blatt Papier schreiben, abfotografieren und als Bild oberhalb deines getippten Vor- und Nachnamens einfügen. Achtung! Eine unleserliche Unterschrift löst Stirnrunzeln aus und macht dich wesentlich „anonymer“. Die Angabe deines Vornamens macht dein Schreiben persönlicher.

Ein eiliges P.S.

In einem Verkaufsbrief ist das P.S. der effektivste Baustein überhaupt. Laut Untersuchungen am Prof.-Vögele-Institut wird es immer zuerst gelesen. In deinem Bewerbungsschreiben hat das P.S. jedoch absolut nichts zu suchen! Es wirkt beinahe unseriös, den EmpfängerInnen hier schnell noch mitzuteilen, was sie Besonderes von dir erwarten dürfen.

Apropos „schnell mitteilen“: Es ist überaus sinnvoll, sich vor dem Schreiben Notizen und eine Gliederung zu machen. Eine gute Gliederung verkürzt deinen Schreibaufwand und erleichtert den Empfänger*innen das Lesen erheblich.

Mit diesen Tipps hast du einige Ideen an der Hand, worauf du beim Formulieren des Anschreibens achten beziehungsweise verzichten solltest. Aber keine Angst, in unseren weiteren Artikeln findest du auch ganz viele positive Vorlagen und Beispiele!

Viel Freude und Erfolg beim Formulieren deines „ganz persönlichen Angebotsschreibens“ - möglichst ohne „Filter“ - wünscht dir dein Team von tirolerjobs!

 

Susanne Huber-Schwarz - Bewerbungsfee

Susanne Huber-Schwarz, bewerbungsfee.at

Susanne korrigiert und optimiert unter anderem Bewerbungsunterlagen oder erstellt sie auf Wunsch ganz neu. Für nähere Informationen steht sie dir telefonisch unter +43 660 5025820 oder susanne@bewerbungsfee.at zur Verfügung. Susanne freut sich auf deine Anfrage!

 

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