Generation Y - Warum es interessant ist, sich mit Generationenunterschieden zu befassen

Immer wieder hört man von verschiedenen Generationen, Generation X, Y, Z, Babyboomer, Millennials. Die Generation Y (1980-1997) fordert die heutige Arbeitswelt enorm, sie verlangen nicht nur mehr als deren Vorgänger, sondern erwarten sich auch mehr von den Arbeitgebern. Doch was versteht man genau darunter und warum lohnt es sich für Personaler*innen, sich mit den unterschiedlichen Generationen zu beschäftigen?

Generation Y | Generationenunterschiede

Working with Millennials

Sie sind jung, smart und frech. Sie tragen Flip-Flops im Büro und hören Musik während der Arbeit. Sie wollen arbeiten, aber Arbeit soll nicht ihr Leben bestimmen. Sie fordern viel. – Prof. Dr. S. Böhlich

Der Arbeitsmarkt ist sehr stark durch den gesellschaftlichen, aber auch durch den technologischen Wandel geprägt und verändert sich laufend. Die Generationen sind geprägt von den jeweiligen Umständen, in denen sie aufwuchsen und haben daher unterschiedliche Präferenzen, Vorstellungen und Ansprüche im Arbeitsleben. Die Generation Y, auch bekannt als die Millennials, haben großes Potenzial aufgrund ihrer hohen Bildung und ihren Kenntnissen in Sachen Internet, Medien und Technologien. Die Babyboomer der 1950er Jahre stehen kurz vor der Pensionierung, wodurch sehr viele Arbeitskräfte innerhalb weniger Jahre aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Die nachfolgenden Generationen sind durch den stetigen Geburtenrückgang in ihrer Zahl geringer und können die fehlenden Arbeitskräfte anzahlmäßig nicht ausgleichen. Dem zu Folge wird es in den nächsten Jahren zu einem Engpass an Arbeitskräften kommen.


Die Generation Y

Sie werden als weltoffen, selbstständig, kreativ und engagiert charakterisiert. Die Generation Y ist mit den digitalen Medien und dem Internet aufgewachsen. Geht nicht, gibt es nicht. Jeder will noch mehr. In einer Welt voller Vorbilder und Chancen groß geworden, scheuen sie keine Angst vor Grenzen, ganz im Gegenteil. Die neue Generation hat Ideen, sie will etwas verändern und genau das ist so spannend für die Arbeitgeber. 

Die Digitalisierung spielt auch bei der Generation Y eine große Rolle. Arbeitgeber*innen fordern mehr Flexibilität, Selbstmanagement, Kollegialität, digitale Kommunikation und persönliche Entwicklung. Um Unternehmenserfolge zu sichern, ist es wichtig, junge Talente zu finden, um diese zu fördern und zu binden. Binden spielt hierbei eine große Rolle, denn die Generation Y scheut sich nicht vor einem Jobwechsel.

Die Generation Y fordert von den Arbeitgebern Flexibilität, Work-Life-Balance und Nachhaltigkeit. Die Generation Y hat dabei viel zu leisten, jedoch erwarten sie sich folgende Gegenleistungen:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Flexible Arbeitsplätze (Home-Office)
  • Kollegiales Umfeld
  • Sport im Unternehmen
  • Office Anbindung (Arbeitsweg)
  • Weiterbildung / Karrierechancen
  • Faire Entlohnung
  • Aufstiegschancen

Wozu gehöre ich?

Die bereits erwähnte Generation der Babyboomer ist bis Mitte der 1960er geboren worden und bildet einen Großteil der derzeitigen Führungskräfte in Unternehmen. Sie haben die Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs miterlebt und kennen Lebensmittelknappheit, sowie die Knappheit von Gütern. Genauso wie die Jahre des Wirtschaftswunders. Sie zeichnen sich durch Leistungsorientierung und Beständigkeit aus und wechseln eher selten den Arbeitgeber. Überstunden werden als Notwendigkeit für eine erfolgreiche Karriere betrachtet: Man lebt, um zu arbeiten.

Die nachfolgende Generation X wurde zwischen 1965 und 1980 geboren und zeichnet sich durch das Bestreben aus, sich von der Elterngeneration abzugrenzen. Traditionelle Werte sind weniger wichtig und sie arbeiten, um zu leben. Veränderungen im Lebenslauf werden meist für gezielte Karrieresprünge genutzt. Sie schätzen flache Hierarchien und arbeiten gerne eigenständig.

Die ab 1980 Geborenen werden der Generation Y zugeordnet, die vor einigen Jahren in den Arbeitsmarkt eingetreten sind. Sie zeichnet sich durch eine große Anzahl an Hochschulabsolvent*innen aus und ist mit Technologien wie dem Internet aufgewachsen. Daher werden sie auch als der Digital Natives bezeichnet. Status und Prestige sind ihnen weit weniger wichtig als die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und Freizeit. Spaß ist nicht nur in der Freizeit gefordert, sondern auch die Arbeit soll Spaß machen. Sie sind sehr wohl leistungsbereit, allerdings nicht um jeden Preis. Lebenslanges Lernen und Teamarbeit kennzeichnen die Generation Y, genauso wie ein ausgewogenes Verhältnis von Privatleben und Beruf. Die Vereinbarkeit von Familie und Karriere wird ebenfalls als sehr wichtig erachtet. Stellt sich heraus, dass ein Arbeitsverhältnis nicht den Vorstellungen entspricht, ist die Generation Y zu einem Wechsel bereit.

Die Generation Z, also zwischen 1999 und 2010 Geborenen, sind ebenfalls Digital Natives. Tablet, Social Media und Co. gehören von Anfang an zu ihrem Alltag und ihr persönliches Netzwerk ist sehr wichtig. Ob sich die Generation Z allerdings so stark von anderen Generationen unterscheidet, wird von vielen Experten angezweifelt. Eine genauere Abgrenzung wird sich wohl erst in den nächsten Jahren herausstellen.


Warum lohnt es sich für Personaler, sich mit Generationen zu beschäftigen?

Aufgrund des demografischen Wandels verstärkt sich der Fachkräftemangel in Zukunft noch weiter, weshalb das Rekrutieren neuer Mitarbeiter*innen auch für Unternehmen eine immer größere Herausforderung darstellt. Weiß man, worauf die unterschiedlichen Generationen Wert legen, welche Ansprüche sie an sich und ihren Arbeitsplatz stellen, oder welche Benefits sie zusätzlich zum Arbeitsentgelt wünschen, kann gezieltes Personalmarketing betrieben und die jeweilige Zielgruppe genauer angesprochen werden. Damit fällt es leichter, gesuchte Fachkräfte auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen und ihre Bedürfnisse und Wünsche besser ins Arbeitsleben zu integrieren. Fühlen sich die Mitarbeiter*innen in ihrer Lebensweise bestätigt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie langfristig für das Unternehmen tätig sind. Somit können gute Mitarbeiter*innen gezielt angesprochen, für das Unternehmen begeistert und langfristig gebunden werden.

Die jungen Arbeitskräfte bringen frischen Wind in die Arbeitswelt. Doch wie gewinnt ein Unternehmen engagierte und motivierte Millennials?

Employer Branding ist angesagt

Die Entwicklung und der Erfolg eines Unternehmens gewinnt heutzutage immer mehr an Bedeutung. Auch eine bekannte Arbeitgebermarke ist attraktiv für die zukünftigen Arbeitnehmer. Der Generation Y ist es wichtig, sich mit dem Unternehmen identifizieren zu können und deren persönliche Werte wiederzufinden.

Soft Facts ziehen Bewerber an! Informationen über die Unternehmenskultur und deren Werte, sowie Einblicke in das Unternehmen und deren Mitarbeiter, können große Pluspunkte sein.

Eine professionelle Homepage ist von großem Vorteil in der heutigen Zeit der Digitalisierung. Die Millennials erkundigen sich oft zuerst in den Sozialen Medien über Firmen (LinkedIn, Facebook, Instagram, usw.). Von dort aus wird dann bei Interesse noch die Homepage erkundet. Wichtig ist also, nicht an Informationen zu sparen. Stellenausschreibungen, Zertifikate, Goodies für Mitarbeiter*innen sollen den sozialen Medien nicht vorenthalten werden. All das hilft den zukünftigen Mitarbeiter*innen, sich besser in das Unternehmen hineinzuversetzen und mögliche Benefits zu erfahren. Nicht unwichtig ist hierbau das persönliche Marketing abseits der digitalen Medien. Persönliche Empfehlungen von (Ex)Mitarbeiter*innen sind wichtiger denn je. Wenn einmal ein attraktives Employer Brand erstellt wurde, heißt es "AM BALL BLEIBEN" und die postive Präsentation auf allen Kanälen Aufrecht erhalten. Die unternehmenseigenen Kommunikation nach innen und außen ist dabei besonders wichtig!


Die Unternehmensmarke

Die Unternehmensmarke ist meistens der erste Eindruck, den eine Firma beim Arbeitnehmer hinterlässt. Daher ist es sehr bedeutsam, dieses identitätsstiftende Element zu fördern und zu pflegen. Um die Marke aufrecht zu erhalten und zu optimieren, befolge folgende Schritte:

  • Definiere deine Ziele – wie soll sich das Unternehmen entwickeln?
  • Unternehmenswerte mittels Kultur und Eigenschaften definieren
  • Definition der perfekten Kandidat*innen
  • Kommunikation – wo finden sich die Wunschkandidaten und welche Plattformen nutzen sie?

UNSER FAZIT

Der Einfluss der Generationen, insbesondere der Generation Y, auf den Arbeitsmarkt, ist nicht zu unterschätzen. Sie sind nicht nur leistungs- und erfolgsorientiert, sondern stoßen viele Veränderungen im  Arbeitsleben an. Es werden flexible Arbeitszeiten und Arbeitsplätze gefordert, sowie mehr Freizeit, Aufstiegschancen, Weiterbildungsmöglichkeiten und eine Work-Life-Balance. Die Unternehmen müssen viele Leistungen bereitstellen, um engagierte und motivierte junge Arbeitskräfte zu gewinnen und zu binden.

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