Hard Skills und Soft Skills: Was verbirgt sich dahinter?

Hard Skills, Soft Skills – die beiden Begriffe werden immer wieder in Berufsratgebern genannt und tauchen in Stellenanzeigen auf. Wenn du nicht genau weißt, was sich dahinter verbirgt und was der potentielle Arbeitgeber von dir möchte, sollen dir die heutigen Informationen ein wenig weiterhelfen.

Hard Skills und Soft Skills im Beruf

Soft Skills: Schlüsselkompetenzen, die deine Persönlichkeit betreffen

Soft Skills sind keine fachlichen Qualifikationen. Sie sind vielmehr geprägt von persönlichen Eigenschaften, Charakter und Verhaltensweisen. Diese wiederum hängen sehr stark ab von dem Umfeld, in dem du aufgewachsen bist, von den Strukturen, die dich in Familie und Schule geformt haben und von den Kompetenzen, die du dir beispielsweise im Zusammenhang mit der Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit angeeignet hast. Es gibt verschiedene Ansätze, Soft Skills zu unterteilen. Weil es meiner Ansicht nach keinen Sinn macht, bei Bewerbungen zu sehr ins Detail zu gehen (in der Kürze liegt die Würze!), arbeite ich mit diesen drei Unterbegriffen:

  • persönliche Kompetenzen
  • soziale Kompetenzen
  • methodische Kompetenzen.

Die Soft Skills sind für deine*n zukünftige*n Arbeitgeber*in besonders wichtig, ermöglichen sie doch deine gute Eingliederung in ein Team oder qualifizieren dich als mögliche Führungskraft. Daher solltes du in deiner Bewerbung nicht vergessen, deine Soft Skills zu anzugeben und zu ergänzen, wie du diese entwickelt hast. Beispiele untermauern deine Aussagen und machen die Vorstellung deiner Fähigkeiten glaubhaft. Du kannst die Dreiteilung der Kompetenzen übernehmen und explizit gliedern, oder sie als allgemeine Aufzählung in deinen Lebenslauf packen. Falls du dich für die gesammelte Variante entscheidest ist es trotzdem hilfchreich, sie inhaltlich zu gruppieren und zu ordnen. Dies erleichtert die Lesbarkeit für dein Gegenüber und deine Aufzählung bleibt schlüssig. 

Persönliche Kompetenzen

Persönliche Kompetenzen geben Aufschluss über den Umgang mit dir selbst. Dazu zählt Selbstvertrauen, die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und zur Selbstdisziplin. Sehr häufig gefragt: Ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, das Recruiter*innen gerne daran messen, ob du dich ehrenamtlich engagierst, etwa als Trainer*in einer Jugendmannschaft, im sozialen Bereich oder im Umweltschutz.

Zu den persönlichen Kompetenzen zählt auch Motivation, Selbstreflexion, Belastbarkeit und Eigenverantwortung. Deine Motivation für den neuen Job solltest du im Anschreiben unbedingt darlegen. Für Selbstreflexion ist im Bewerbungsgespräch Platz, wenn du gefragt wirst, was deine Schwächen sind, wo du im Arbeitsleben vielelicht schon Fehler gemacht und was du daraus gelernt hast. Deine Belastbarkeit wird häufig auch in Arbeitszeugnissen bewertet. Hast du eines von der letzten Arbeitsstätte beizufügen, kannst du im Anschreiben darauf eingehen und erklären, wann eine belastende Situation eingetreten ist (Unternehmenskrise, Krankheit der Führungskraft, hohe Arbeitsbelastung) und wie du diese Belastung erfolgreich gemeistert hast. Eigenverantwortung können auch junge Bewerber*innen beweisen, indem sie sich selbst um Termine kümmern, persönlich beim Unternehmen anrufen und ohne Eltern zum Vorstellungsgespräch erscheinen (außer der Betrieb wünscht das ausdrücklich). 

Soziale Kompetenz

Zu sozialen Kompetenzen gehört dein Umgang mit anderen Menschen, Teamfähigkeit, emotionale Intelligenz und Menschenkenntnis. Stichwort „Emotionale Intelligenz“: Unter diesen Begriff fallen Eigenschaften wie Empathie (Einfühlungsvermögen), Taktgefühl, Höflichkeit und vieles mehr. Nicht zuletzt aufgrund unseres Zusammenlebens mit Menschen anderer Kulturen bewerten sehr viele Recruiter*innen emotionale Intelligenz für wesentlicher als Hard Skills.

Teamfähigkeit ist für fast alle Berufe eine sehr wichtige Eigenschaft, arbeitet man ja kaum komplett isoliert und unabhängig von anderen. Für das Bewerbungsgespräch solltest du dich jedenfalls auf Fragen zum Team bei vergangen Arbeitgeber*innen oder in der Ausbildung vorbereiten. Warum bist du ein*e gute*r Teamplayer*in? Hast du schon einmal einen Konflikt im Team gehabt und wie habt ihr ihn gemeinsam gelöst? Welche Rolle übernimmst du im Team? Das sind eine häufige Fragen, die du im Vorfeld durchdenken kannst. 

Methodische Kompetenz

Zu den methodische Kompetenzen zählt etwa die Fähigkeit, Probleme strukturiert anzugehen und zu lösen: Selbstorganisation, Organisationsfähigkeit im Allgemeinen, Eigeninitiative oder das Talent, sich rasch neues Wissen anzueignen und schnell umzusetzen. Besonders hervozuheben ist die Problemlösungskompetenz. Dazu zählt das lösungsorientierte "googlen" von Schwierigkeiten (Wir wissen, jedes Problem hat schon einmal irgendwo existiert!) und zu wissen, welche Quellen man für die Lösung heranziehen kann. Das können klassische und neue Medien genauso wie Personen aus deinem Umfeld sein. Selbstorganisation kannst du im Bewerbungsverfahren beweisen, indem du deine Unterlagen vollständig und übersichtlich einreichst, pünktlich zum Gespräch erscheinst, deinen Lebenslauf mitbringst sowie deine vorbereiteten Fragen stellst. 


Hard Skills: Fachwissen, Sprachen, EDV-Kenntnisse und mehr

Hard Skills sind berufstypische Qualifikationen, die du dir durch schulische und berufliche Aus- und Weiterbildung erworben hast. Dazu zählen unter anderem handwerkliches Geschick, kaufmännisches Wissen, Sprachen oder EDV-Kenntnisse. Speziell bei den beiden letztgenannten Qualifikationen bestehen oft Unsicherheiten, in welcher Form sie in den Bewerbungsunterlagen genannt oder bewertet werden sollen. Hier eine kleine Hilfe:

Sprachkenntnisse kannst du zum Beispiel mit Worten beschreiben. Je nach Qualifizierungsgrad sind das (von unten nach oben gereiht): ausbaufähige Grundkenntnisse, Schulkenntnisse/Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, fließend, verhandlungssicher, Nearly Native (gilt etwa für Absolventen eines Dolmetsch-Studiums) und Native Speaker (Muttersprache).

Alternativ dazu gibt es die Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, der vom Europarat entwickelt wurde. Dieser Rahmen umfasst sechs unterschiedliche Sprachniveaus:

A1 und A2: elementare Sprachverwendung

B1 und B2: selbständige Sprachverwendung

C1 und C2: kompetente Sprachverwendung

Wenn es die Stellenausschreibung erfordert, kannst du diese Sprachniveaus auch noch in Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben unterteilen.

Für EDV-Kenntnisse gibt es keine solche Unterteilung. Die Schwierigkeit liegt schon alleine darin, dass der geforderte Standard vom Beruf abhängig ist - hier reichen die Anforderungen von Anwendungs- bis zu Programmierkenntnissen. Eine gute Lösung ist es, die Kenntnisse aufzulisten und dabei näher zu beschreiben, zum Beispiel:

Textverarbeitung: Microsoft Word - sehr gute Kenntnisse
Tabellenkalkulation: Microsoft Exel - gute Kenntnisse
und so weiter …

Hardskills werden im Bewerbungsprozess meist erst später überprüft, sei es durch einen Probtag, fachliche Fragen im Bewerbungsgespräch oder einer fachlichen Aufgabe, die du vorbereiten sollst. Natürlich müssen deine Unterlagen den angegebenen Qualifikationen ensprechen. Gibst du an, ein Computer-Ass zu sein, soll sich das auch in den Unterlagen spiegeln. Ein eingereichtes Worddokument mit Zeilen voller Leerzeichen oder Formatierungsfehlern deckt dich sofort als Lügner*in auf. 

UNSER FAZIT FÜR DICH

Hard- und Softskills beschreiben wichtige Fähigkeiten, die dich als wertvolle Arbeitskraft ausmachen! Unter Hardskills versteht man dein fachliches Wissen über und deine praktische Kompetenzen im Umgang mit Computern, Sprachen oder beim Werken. Softskills fassen alle Eigenschaften zusammen, die deine Persönlichkeit ausmachen. Die Softskills gewinnen im Vergleich zu früher immer mehr an Bedeutung. Sie sorgen dafür, dass du Neues schneller erlernst, dich gut in Teams einfügst und weißt, wie du Schwierigkeiten selber lösen kannst. Vergiss daher nicht, sowohl deine Hard- als auch Softskills regelmäßig zu trainieren und dich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln. 

Sind diese Informationen aufschlussreich? Fragen nehmen wir gerne unter der E-Mail-Adresse office@tirolerjobs.at entgegen und behandeln sie in einem weiteren Beitrag. Dein Team von tirolerjobs.at wünscht alles Gute bei der Jobsuche!

 

Susanne Huber-Schwarz - Bewerbungsfee

Susanne Huber-Schwarz, bewerbungsfee.at

Susanne korrigiert und optimiert unter anderem Bewerbungsunterlagen oder erstellt sie auf Wunsch ganz neu. Für nähere Informationen steht sie dir telefonisch unter +43 660 5025820 oder susanne@bewerbungsfee.at zur Verfügung. Susanne freut sich auf deine Anfrage!

 

 

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