Die 10 häufigsten Fragen im Bewerbungsgespräch

Mit der richtigen Vorbereitung meisterst du jedes Bewerbungsgespräch. Welche Fragen dabei besonders häufig gestellt werden und worauf du dich auf jeden Fall vorbereiten sollst, um einen guten Eindruck zu hinterlassen, kannst du hier nachlesen.

Fragen im Bewerbungsgespräch

Die meisten Bewerbungsgespräche laufen nach dem gleichen Schema ab. Auf die Begrüßung und den Small Talk folgt eine kurze Vorstellung der beteiligten Personen und danach wirst du als Bewerber*in eingeladen, dich näher vorzustellen. Zu deiner Persönlichkeit und deinem Lebenslauf werden häufig dieselben Fragen (in ähnlicher Form) gestellt. Wer sich darauf nicht ordentlich vorbereitet, ist selbst schuld, wenn das Gespräch mit den zukünftigen Chefs nicht wunschgemäß verläuft. Hier findest du die häufigsten Fragen im Bewerbungsgespräch aufgelistet und kannst dich gezielt auf das Gespräch für den nächsten Job vorbereiten.

  1. Erzählen Sie etwas über sich!

Zugegebenermaßen ist das keine Frage, sondern eine Aufforderung und die Chance für dich, besonders passende Stationen deines Lebens zu präsentieren. Überlege dir im Vorfeld, was andere über dich wissen sollten. Details wie der Name deiner Katze oder deine Zeit als Ministrant*in haben hier jedoch nichts verloren, konzentriere dich lieber auf wichtige Stationen deiner Ausbildung, Berufserfahrung und persönlichen Entwicklung und gehe dabei chronologisch vor. Bei dieser Frage hast du in einzigartiger Weise die Möglichkeit, das weitere Gespräch zu beeinflussen. Hier gibst du die Themen vor, über die du im weiteren Verlauf sprechen möchtest und legst dem Gegenüber die Brotkrumen vor, die er oder sie später (bewusst oder unbewusst) wieder aufnehmen wird. Lass diese Chance keinesfalls durch mangelnde Vorbereitung verstreichen sondern wähle ganz genau, welche Erlebnisse und Entwicklungen dich am interessantesten für das jeweilige Unternehmen erscheinen lassen. 

  1. Was wissen Sie über das Unternehmen?

Hier zeigt sich dein Interesse am Unternehmen. Wichtige Eckpunkte sind beispielsweise in welcher Branche das Unternehmen tätig ist, wie lange es schon existiert, welche Unternehmensphilosophie dahintersteht, wo es Standorte gibt und wie viele MitarbeiterInnen beschäftigt sind. Schau dir im Vorfeld dazu unbedingt die Unternehmenshomepage an und bediene dich aller Quellen die du findest. Einen besonderen Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens bieten häufig Social Media Kanäle. Hier kannst du dir schon im Vorfeld Infos über Benefits, die Zusammenarbeit im Team oder den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen ansehen. Nutze auch die Möglichkeit, mit Mitarbeiter*innen des Wunschunternehmens Kontakt aufzunehmen, kommentiere News auf LinkedIn oder beklatsche die gefeierte Teamleistung. Je stärker du dich im Vorfeld mit dem Unternehmen auseinandersetzt, desto glaubhafter kannst du auch dein ehrliches Interesse an der Mitarbeit begründen. Und endeckst du bei deiner Recherche, dass das Unternehmen wohl doch nicht das Gelbe vom Ei ist, sparst du die die Zeit für den Bewerbungsprozess und probierst es gleich wo anders.  

  1. Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Diese Frage kommt in verschiedenen Variationen wohl in fast jedem Vorstellungsgespräch vor. Überlege dir unbedingt im Vorfeld, wie du die ausgewählten Stärken auch belegen kannst. Beispielsweise bist du fokussiert, weil du deine Ziele konsequent verfolgst (Beispiel sportliche Erfolge wie Teilnahme am Marathon, Gipfelsieg, Schulerfolg, …) oder kreativ, weil du dich gerne künstlerisch betätigst.

Schwächen sind ein heikles Thema im Bewerbungsgespräch. Keine anzugeben kommt genauso schlecht an wie die Bandbreite aufzuzählen, die der*die Partner*in oder Freund*inen an einem bemängelt haben. Eine Möglichkeit, der direkten Beantwortung zu entgehen ist, eine frühere Schwäche zu erwähnen und zu erzählen, wie und warum man sie ausgemerzt hat. Alternativ kann man auch eine Schwäche erwähnen, die sich keinesfalls negativ auf die angebotene Stelle auswirkt, beispielsweise, wenn du dich auf eine Buchhaltungsstelle bewirbst und angibst, nicht kreativ zu sein.

  1. Warum sind Sie von Firma XXX weg?

Arbeitszeugnisse geben Personaler*innen häufig einen kleinen Hinweis, warum es in der letzten Arbeitsstelle nicht mehr gepasst hat. Wenn du es für richtig hältst, kannst du ruhig den Grund für die Kündigung nennen, ohne aber dabei ins Lästern zu verfallen. Grundsätzlich sollte man sich bei Einblicken in das bisherige Unternehmen oder die Führungsebene eher zurück halten und Diskretion wahren. War der Grund für die Kündigung von Seiten des Arbeitgebers ein Fehlverhalten deinerseits, hälst du dich bei den Ausführungen auch bedeckt und stellst lieber die „neue Herausforderung“ als in den Vordergrund. Ein Tipp, wenn du dich in ungekündigter Stellung befindest: Hebe die Vorteile der neuen Firma hervor und formuliere deine Erwartungen an die neue Position und dein persönliche Entwicklung im neuen Unternehmen. 

  1. Warum möchten Sie diesen Job?

Hier kannst du alle spannenden Seiten der zukünftigen Aufgabe aufzählen. Die Grundlage dafür liefert der Tätigkeitsbereich, für den du dich bewirbst. Zusätzlich kannst du aber auch das Firmenklima erwähnen, von dem dir ein *e Bekannte*r vorgeschwärmt hat oder mögliche Karrierechancen oder die Internationalität des Unternehmens, die dir besonders attraktiv vorkommt. Bei dieser Frage hilft dir die Recherche zum Unternehmen, die du zuvor auf allen Kanälen betrieben hast, enorm und lässt dich in der Stresssituation des Bewerbungsgespräches schlüssig argumentieren. Ein bisschen Begeisterung bei der Beantwortung dieser Frage hilft.

  1. Wenn ich Ihren ehemaligen Chef fragen würde, was würde er mir über Sie erzählen?

Diese Frage ist ein Versuch, aus der vorbereiteten Stärken-Schwächen-Frage auszubrechen und dich zum Nachdenken anzuregen, was jemand anders über dich sagen könnte. Eine reine Lobhudelei ist hier unpassend, es gibt aber bestimmt Eigenschaften von dir, die im Berufsleben bisher sehr gut angekommen sind, beispielsweise dein Engagement, neue Ideen oder der besonders freundliche Umgang mit Kund*innen.

  1. Was war Ihr größter (beruflicher) Fehler und was haben Sie daraus gelernt?

Jeder Mensch macht Fehler. Mit dieser Frage soll abgeklärt werden, ob der oderdie Bewerber*in selbstreflektiert ist, Fehler zugeben kann und durch die Erfahrung etwas ändert. Hattest Du noch keine Gelegenheit, beruflich einen Fehler zu machen oder eine falsche Entscheidung zu treffen, weil du Berufseinsteiger*n bist, gibt es bestimmt einen privaten Fehler, den man nennen kann. (Schulabbruch vor der Matura, Auszug von daheim mit 16, Tattoo, …) Viel wichtiger als der begangene Fehler ist nämlich die Erkenntnis, die man daraus zieht.

  1. Wo haben Sie noch fachliche Defizite?

Wenn du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurdest, passt deine Qualifikation meist ganz gut zum Anforderungsprofil der freien Stelle. Trotzdem ist es für Personaler*innen interessant zu fragen, in welchen Bereichen du selbst noch Verbesserungsmöglichkeiten siehst. Im besten Fall bist du auch gerade dabei, diese Schwachstellen auszumerzen, indem du beispielsweise dein Englisch auffrischt oder ein neues Computerprogramm lernst. Deine Ideen zur Weiterbildung haben hier ebenso Platz wie dein Wunsch, dich im neuen Job persönlich weiterzuentwickeln.

  1. Welche Ziele haben Sie (in den nächsten Jahren)?

Deine Ziele in den nächsten Jahren sollten mit dem angebotenen Job verträglich sein. Ist es dein Ziel, nächstes Jahr drei Monate Yoga-Ausbildung in Indien zu absolvieren, wierden sich Personaler*innen wohl nicht sonderlich darüber freuen (außer natürlich Du bewirbst dich als Yoga-Instructor). Natürlich kannst du private Ziele nennen, empfehlenswert ist es jedoch, die beruflichen Ziele in den Vordergrund zu stellen, beispielsweise die angebotene Herausforderung zu meistern, sich in eine spannende Aufgabe einzuarbeiten, die Karriereleiter empor zu klettern, … Sollte für dich in den nächsten Jahren Familienplanung auf dem Programm stehen, musst du es selbstverständlich nicht ansprechen. Details dazu findest Du im Artikel Verbotene Fragen im Bewerbungsgespräch.

  1. Warum sind Sie die/der Richtige für den Job?

Dein Abschlussplädoyer für dich! Bevor das Gespräch beendet wird, gibt man dir als BewerberIn häufig die Möglichkeit, noch einmal zusammenzufassen, was du alles Tolles für den Job mitbringst. Deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen kannst du hier noch einmal schön zusammenfassen und erwähnen, was dich besonders am Jobangebot motiviert.

Bei einer gewissenhaften Vorbereitung für ein Bewerbungsgespräch solltest Du diese zehn Fragen auf jeden Fall beachten. Je besser du vorbereitet ins Gespräch gehst, desto lockerer und authentischer wird dich dein Gegenüber erleben. Das Team von tirolerjobs.at wünscht Dir viel Spaß beim Abenteuer Bewerben und drückt die Daumen für Dein nächstes Vorstellungsgespräch!

UNSER FAZIT

Bewerbungsgespräche laufen meist nach demselben Schema ab. Daher kommen auch immer wieder Standardfragen auf dich zu, auf die du dich unbedingt vorbereiten solltest. Interessante Informationen über dich, deine Wünsche an die neue Stelle und einen plausiblen Grund für den Jobwechseln musst du angeben können. Die Recherche über das Unternehmen hilft dir, deine Motivation und dein Interesse glaubhaft darzulegen und ebenen dir deinen Weg zum nächsten Job!

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