Wie kreativ darf ein Lebenslauf sein? 5 Tipps, die du beachten solltest

Du möchtest, dass deine Bewerbungsunterlagen in erster Linie optisch aus der Masse hervorstechen? Du weißt allerdings nicht, ob du damit eine Punktlandung erzielst? Es ist gut, wenn du zweifelst. Denn tatsächlich sind besonders kreativ gestaltete Unterlagen nicht überall erwünscht oder eignen sich hauptsächlich für ganz bestimmte Berufsgruppen. Diese fünf Tipps sollen dir dabei helfen, die richtige Entscheidung in puncto Gestaltung zu treffen.

Wie kreativ darf ein Lebenslauf sein?

Besonders kreative Unterlagen für kreative Berufsgruppen

Grafiker*innen, Fotograf*innen, Architekt*innen, Designer*innen - das sind Berufsgruppen, die sich in der Gestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen besonders austoben dürfen oder sollen. Ihre Unterlagen sind gewissermaßen eine erste Arbeitsprobe. Diagramme, Fotos, Illustrationen - das alles sind Blickfänger, die einen Lebenslauf optisch aufwerten. Farblich aufeinander abgestimmt und mit Ideen wie geschickt eingearbeiteten Zeitleisten lassen kreative Unterlagen jeden „Normalo“ unter den Bewerbern vor Neid erblassen. Doch Vorsicht! Leicht kann es passieren, dass im kreativen Gestaltungsprozess das eine oder andere wichtige inhaltliche Detail vergessen wird - siehe nächster Tipp.


Eine Checkliste hilft, die Übersicht zu bewahren

Bevor du loslegst, erstellst du dir am besten eine Checkliste, in der du festlegst, welche Daten unbedingt in den Lebenslauf hineinmüssen. Die wichtigsten Informationen, die du von dir weiterleiten sollst, sind:

  1. Persönliche Daten: Foto, Name, Anschrift, Kontaktdaten, Staatsbürgerschaft
  2. Berufspraxis: lückenlose Darstellung deines beruflichen Werdegangs mit allen Daten (Format: mm/jjjj - mm/jjjj)
  3. Schulische Aus- und Weiterbildung mit allen Daten (Format: jjjj - jjjj)
  4. Zusätzliche Qualifikationen (Hard- und Softskills)
  5. Extras: Angabe von Hobbys, wenn sie für die angestrebte Stelle relevant sind; abgeleisteter Präsenzdienst ja/nein; ehrenamtliche Tätigkeiten; Auslandsaufenthalte
  6. Ort, Datum, Vor- und Nachname, Unterschrift

Vorsicht bei US-amerikanischen Vorlagen

US-Amerikaner*innen sind bekannt für besonders kreative Ideen für Bewerbungsunterlagen. Grafiken in Form von Kuchen- und Balkendiagrammen oder Punkte, die den Ausbildungsgrad einer Fähigkeit oder Kompetenz visualisieren, kommen optisch richtig gut an. Wenn du eine US-amerikanische Vorlage verwendest, achte jedoch darauf, dass

  • das US-amerikanische Format eines Briefbogens vom europäischen A4-Format abweicht,
  • in englischsprachigen Bewerbungen aus Gründen der Gleichberechtigung auf Fotos verzichtet wird und
  • Details wie die Staatsangehörigkeit nie genannt werden.

Vergiss also nie darauf, dir vor der Gestaltung deines kreativen Lebenslaufs eine Checkliste zu erstellen und zu kontrollieren, ob du auch nichts vergessen hast!


Was möchte der potentielle Arbeitgeber?

Achte darauf, was dein potentieller Arbeitgeber in seiner Stellenausschreibung oder auf seiner Webseite vorgibt. Ist ausdrücklich ein „tabellarischer Lebenslauf“ gefordert, solltest du dich in Sachen Kreativität zurückhalten. Tabellarische Lebensläufe sind übersichtlicher und sparen allen, die etliche Unterlagen sichten müssen, viel Zeit. Ein Suchen von wichtigen Daten führt eher zu Ärger als zu Freude darüber, dass ein Lebenslauf grafisch so ansprechend präsentiert wird.  Du kannst natürlich auch einen tabellarischen Lebenslauf kreativer und gleichzeitig übersichtlich gestalten, indem du Symbole, Trennlinien oder Hervorhebungen sinnvoll einsetzt. In einigen Fällen wird auch die postalische Zusendung deiner Unterlagen im Stelleninserat gewünscht. Hier lohnt es sich ebenfalls, das Geld für das Porto und eine schöne Bewerbungsmappe in die Hand zu nehmen, anstatt nur ein E-Mail zu schicken. Ignorierst du nämlich schon zu Beginn des Kennenlernens die Wünsche des Unternehmens, stehen deine Jobchancen nicht allzu gut. 


Farben

Wer einen tabellarischen Lebenslauf einreichen muss, darf auch ruhig ein bisschen Farbe verwenden. Eine farbliche Abstimmung mit dem eingereichten Foto wirkt harmonisch. Oder vielleicht wählst du einfach eine Farbe, die deinen Charakter widerspiegelt? Die Farbe Rot spricht für viel Energie, Orange und Grün für Optimismus und eine positive Grundhaltung, Gelb steht für Kreativität. Wer seine ruhige Art betonen möchte, wählt Blautöne. Schwarz und Braun symbolisieren Seriosität und Stabilität.

Mit Farben kannst du aber auch deine Identifikation mit dem Wunschunternehmen unter Beweis stellen. Sofern sich die Unternehmensfarben eignen, kannst du sie auch für deine Bewerbung verwenden und die grafischen Elemente daran anpassen. So werden deine Unterlagen für jedes Unternehmen individuell designt und das mit ganz wenigen Klicks! Die richtige Farbe des jeweiligen Unternehmens bekommst du von der Firmenhomepage. Mit einem Rechtsklick der Maus lässt sich das Analaysetool im Browser öffnen, das dir den individuellen Farbcode verrät. Mit diesen Daten kannst du in Word ganz einfach den Farbcode eintippen und erhältst den genauen Farbton. Achte darauf, dass du beim Druck deiner Unterlagen die Farben auf den CMYK-Farbraum ändern musst, damit der Drucker sie richtig darstellen kann. Der Farbcode, den du dem Browser entnimmst, ist in RGB angegeben - der Farbraum für die Ausgabe über Bildschirme. 

Grundsätzlich empfiehlt es sich, sich auf wenige Farben zu beschränken, damit deine Unterlagen nicht bunt und zusammengewürfelt wirken. Wähle beispielsweise eine Grundfarbe und suche dir einen helleren Ton der gleichen Farbe dazu oder arbeite mit einer Kontrastfarbe. Es gibt zahlreiche Tools zur Farbenlehre im Internet, die dir bei der Auswahl von passenden Farben helfen. Bei der großen Auswahl kann die Entscheidung schon mal schwerer fallen. 


Dein Portfolio - ein Muss für Kreative

Bist du in der Kreativbranche tätig oder möchtest gerne einen kreativen Beruf ergreifen, kannst du bei deinen Bewerbungsunterlagen schon zeigen, was in dir steckt. Menschen mit Berufserfahrung können auf ein umfangreiches Portfolio zurückgreifen und ihre bisherigen Arbeiten vorstellen. Aber auch Neulinge im Bereich Grafik und Design haben eventuelle Schulprojekte abgeschlossen oder sich selbst mit Materialien, Computerprogrammen oder Ideen auseinandergesetzt. oder ein eigenes Logo designt. Selbstverständlich kannst du auch das in dein Portfolio packen, solltest du im Berufsleben noch keine Projekte bearbeitet haben. Super ist dabei, wenn man kurz erklärt, was das Ziel des Projektes war und womit man gearbeitet hat. Das hilft den Betrachter*innen, das Ganze einzuordnen und man kann im Bewerbungsgespräch gezielt darüber sprechen. Das Portfolio an sich kann direkt mit der Bewerbung versandt werden. Achte dabei darauf, dass der Anhang nicht zu groß wird. Es kann sonst sein, dass deine Bewerbung per Mail ausgefiltert wird und im Spam landet. Hast du viele Bilder in deiner Datei, kannst du das PDF online komprimieren und sparst damit viel an Daten ein, ohne die Qualität merklich zu verschlechtern. Viele Programme, die du als (angehende*r) Grafiker*in kennen solltest, erlauben beim Export ohnehin anzugeben, wie groß die Enddatei sein soll. 

Arbeitest du mit HTML oder im Webdesign liegt natürlich nahe, dass du dein Können auf der eigenen Homepage präsentierst. Super ist, wenn die Bewerbungsunterlagen stimmig zur eigenen Homepage gestaltet werden. Je nach Wunscharbeitsplatz achte besonders darauf, dass dein Portfolio besonders herausgeputzt ist. Willst du im Webdesign arbeiten, muss der Code sauber geschrieben sein, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Verschiedene Gadgets und zusätzlich eingebaute Technologien wie Java, CSS oder Ähnliches zeigen, dass du alle Qualifikationen mitbringst. Ist dein Schwerpunkt die Grafik, wäres es fatal, wenn Verlinkungen zu Bildern kaputt sind oder Bilder unscharf oder verzerrt dargestellt werden. Am besten bittest du Freunde, deine Website auf verschiedenen Browsern und Endgeräten zu testen, damit du gegebenenfalls noch Verbesserungen durchführen kannst. 

Haben dir diese Tipps ein wenig weitergeholfen? Gutes Gelingen und viel Spaß mit deinen ganz persönlich gestalteten, kreativen Bewerbungsunterlagen und deinem Portfolio wünscht dir dein Team von tirolerjobs.at!

UNSER FAZIT

Kreativität ist bei Bewerbungsunterlagen durchaus erlaubt, allerdings der Position, deinem Charakter und den Anforderungen des Unternehmens angepasst. Mittels Checkliste stellst du sicher, dass du trotz Kreativität keine wichtigen Daten vergisst. Vorlagen helfen dabei, sich Anregungen zur Darstellung zu holen oder Grafikelemente zu übernehmen. Farben wählst du entweder nach deiner Persönlichkeit oder wie sie zum Wunschunternehmen passen. Beschränke dich dabei auf ca. zwei Farben und setze sie so ein, dass deine Bewerbungsunterlagen an Übersichtlichkeit gewinnen. Bisherige Projekte und Berufserfahrung präsentieren Kreative in einem Portfolio, das du frei gestalten kannst. Schön aufbereitet als Anhang oder in einer eigenen Homepage dargestellt, punktest du direkt mit deiner Fachkenntnis. 

 

Susanne Huber-Schwarz - Bewerbungsfee

Susanne Huber-Schwarz, bewerbungsfee.at

Susanne korrigiert und optimiert unter anderem Bewerbungsunterlagen oder erstellt sie auf Wunsch ganz neu. Für nähere Informationen steht sie dir telefonisch unter +43 660 5025820 oder susanne@bewerbungsfee.at zur Verfügung. Susanne freut sich auf deine Anfrage!

 

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