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Ehrenamt in der Bewerbung: Über Vor- und Nachteile

Ehrenamt in der Bewerbung: Über Vor- und Nachteile

Man hört und liest es immer wieder: Es sei von Vorteil, ehrenamtliche Tätigkeiten in den Bewerbungsunterlagen anzuführen. Speziell soziales Engagement sei sehr gern gesehen; damit würde man soziale Kompetenzen belegen, meinen viele, was letzten Ende Pluspunkte für das Arbeiten in Teams einbrächte. Doch ist das wirklich uneingeschränkt richtig?

Arbeiten von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags. Abends ein paar Stunden Pflege- oder Besuchsdienst in einer sozialen Einrichtung, ein Deutsch-Kurs, Mithilfe in einer sozialen Beratungsstelle oder gar der Antritt zur Nachtschicht beim Roten Kreuz. Werden freiwillige Arbeiten immer gerne von Arbeitgebern gesehen? Was ist ein kleines Ehrenamt? Was ein großes? Und bringt ein Ehrenamt sogar Gefahren mit sich?

 

Das Ehrenamt: Was ist das überhaupt und kann wie kann ich mich absichern?

Ein Ehrenamt ist ein öffentliches Amt, das - von Aufwandsentschädigungen abgesehen - nicht bezahlt wird. Es ist keine berufliche Tätigkeit. Heute wird die Bezeichnung „Ehrenamt“ häufig auch mit den Begriffen „Freiwilligentätigkeit“  oder „bürgergesellschaftlichs Engagement“ gleichgesetzt.

Das Land Tirol hat mit 01.01.2016 eine Unfall- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen, damit alle freiwilligen HelferInnen gut abgesichert sind – auch am Weg zur und von der freiwilligen Tätigkeit. Nähere Infos darüber gibt es auf der Webseite Freiwillige Tirol.

 

[Außerdem auf tirolerjobs.at: Familienstand und Kinder im Lebenslauf erwähnen?]

 

Welche Ehrenämter gibt es?

Als kleine Ehrenämter gelten zum Beispiel die Mitarbeit im Elternverein in der Schule, im Kindergarten, im Kirchengemeinderat, in Kultur- und Sportvereinen und karitative Tätigkeiten.

Zu den großen Ehrenämtern zählen beispielsweise Tätigkeiten bei Blaulichtorganisationen wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, Samariter, Berg- und Wasserrettung, Einsätze im Katastrophendienst oder bei der Bergwacht. Bei diesen Ämtern kann es vorkommen, dass der jeweilige Dienstnehmer aufgrund eines Rettungseinsatzes nicht zur Arbeit kommen kann. Das stellt keinen Grund zur Verwarnung oder Entlassung dar!

 

Ehrenamt in den Bewerbungsunterlagen nennen: Das bringt dir Pluspunkte

Grundsätzlich gilt: Das Ehrenamt sollte geschickt in die Bewerbungsunterlagen eingebaut werden. Insbesondere dann, wenn die Kenntnisse, die durch die freiwillige Tätigkeit erworben werden, für das Unternehmen ein Gewinn sind, solltest du auch im Begleitschreiben darauf eingehen. Anstatt das Ehrenamt nur „verschämt“ unterhalb der „Sonstigen Kenntnisse“ im Lebenslauf zu nennen, kannst du im Begleitbrief kurz beschreiben, welches Ehrenamt du ausübst und was du aufgrund dieses Ehrenamtes besonders gut kannst, zum Beispiel: „In meiner Freizeit gebe ich zwei Mal  wöchentlich Deutsch-Nachhilfe für Kinder und Jugendliche in unserem Gemeindezentrum. Der Umgang mit jungen Menschen aus den unterschiedlichsten Familien aus dem In- und Ausland macht mir große Freude und stärkt in besondere Weise meine sozialen und interkulturellen Kompetenzen.“ Wichtig ist, dass das Ehrenamt zu deiner Persönlichkeit passt und du zum Ausdruck bringst, dass du die Freiwilligenarbeit gerne machst. So bleibst du authentisch und sympathisch.

 

[Außerdem auf tirolerjobs.at:Verbotene Fragen im Bewerbungsgespräch]

 

All jene, die einen Nachweis über ihr freiwilliges oder ehrenamtliches Engagement benötigen, können sich sogar den Österreichischen Freiwilligenpass ausstellen lassen. In diesem Pass werden nicht nur die geleistete Arbeit, sondern auch die dadurch gewonnen Fähigkeiten und Kompetenzen objektiv dokumentiert.

Ehrenamt in der Bewerbung - Lebenslauf

Illustration: Georg Kirchtag

 

Vorsicht bei der Nennung folgender Ehrenämter

  • Bitte in jedem Fall von der Nennung von Ehrenämtern Abstand nehmen, sobald sie auf eine extreme politische, religiöse oder sonstige Weltanschauung schließen lassen!
  • Wenn die freiwillige Tätigkeit keinen Bezug zum angestrebten Job hat, ist es besser, nicht darauf einzugehen. Beispiel: Du hilfst in einem Tierheim aus und bewirbst dich als IT-Spezialist.
  • Du übst ein sehr seltenes Ehrenamt aus, das dem Personalchef unter Umständen völlig fremd ist? Dann ist es besser, es nicht zu nennen, bevor du gar als „Sonderling“ abgestempelt wirst.
  • Ein Sonderfall ist auch die Mitarbeit in einer Suchtgiftberatung: Auch wenn die Arbeit noch so ehrenvoll ist, kann es sein, dass sich der Arbeitgeber fragt, ob hier vielleicht persönliche Erfahrungen zugrunde liegen. Das kann unangenehme Fragen im Vorstellungsgespräch mit sich bringen.
  • Tätigkeiten, die mit sehr viel Zeitaufwand verbunden sind oder bei denen die Gefahr besteht, sich zu verletzen: Bitte nicht falsch verstehen - unsere Gesellschaft kann sich glücklich schätzen, wenn es Menschen gibt, die sich oft sogar unter Einsatz ihres Lebens freiwillig engagieren. Die Nennung dieser Tätigkeit kann - muss aber nicht! - zur Folge haben, dass sich potentielle Arbeitgeber Fragen stellen wie: „Ist er/sie nicht ausgelastet?“, „Ist das etwa sein/ihr eigentlicher Traumberuf?“, „Fällt er/sie unter Umständen krankheitsbedingt länger aus?“ und so weiter …

Ein Extra-Tipp: Sofern es angebracht ist, kann es nicht schaden, im Bewerbungsschreiben anzuführen, dass der zeitliche Aufwand deines Ehrenamtes deinen angestrebten Job nicht beeinträchtigen wird. Wichtig ist, dass du klarstellst, dass die Arbeit für den zukünftigen Arbeitgeber an erster Stelle steht.

Das Team von tirolerjobs.at wünscht dir viel Freude bei deinen Erkundungen und gutes Gelingen beim Ausarbeiten deiner Bewerbungsunterlagen!

Susanne Huber-Schwarz

 

Hier bloggt Susanne Huber-Schwarz von www.werbenundbewerben.at.

Susanne korrigiert und optimiert unter anderem Bewerbungsunterlagen oder erstellt sie auf Wunsch ganz neu.

Für nähere Informationen steht sie dir telefonisch unter
+43 660 5025820 oder info@werbenundbewerben.at zur Verfügung. Susanne freut sich auf deine Anfrage! 

 

 

 

 

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