Sieben Satzzeichen - verwende sie alle!

„¡Mi corazón! ¿Dónde vas?“ - „Mein Herz! Wo gehst du hin?“ Mit Frage- und Ausrufezeichen am Satzanfang macht uns das Spanische deutlich: „Meine Aussage oder meine Frage ist so wichtig, dass es jetzt schon Zeit ist, die Stimme zu heben.“ Jede Sprache lebt von ihrer Melodie! Wir heben und senken unsere Stimme unwillkürlich, auch beim Lesen.

Sieben Satzzeichen | Bewerbungstipps

Die Satzzeichen im beruflichen Alltag

Satzzeichen sind wichtige Helfer, wenn es darum geht, dem Text eine gewisse Lebendigkeit zu verleihen. Sieben Satzzeichen kennt die deutsche Sprache und du kannst alle davon verwenden - auch in Briefen! Gerade hier ist es wichtig, den Text möglichst so klingen zu lassen, als würdest du mit der Empfängerin oder dem Empfänger deiner Nachricht sprechen. Eine Texterregel lautet, man solle in einer A4-Seite möglichst alle sieben Satzzeichen verwenden. In einem Brief wird dir das nicht gelingen und womöglich passen auch nicht immer alle Satzzeichen zu den getroffenen Aussagen. Immerhin, es steht dir frei, die Wirkung der Zeichen auch einmal auszuprobieren - und Übung macht bekanntlich den Meister. Ich bin mir sicher, dass es dir mit der Zeit sogar Spaß machen wird, an deinen Brieftexten herumzufeilen. Diese Hinweise über die Wirkung der sieben Satzzeichen sollen dir eine kleine Hilfestellung sein:

Der Satzpunkt

Der Punkt gliedert nicht nur Wörter oder verleiht Texten eine Struktur. Er ist in erster Linie ein Zeichen dafür, dass ein Gedanke zu Ende ist. Er gibt Rednern die Gelegenheit, kurz durchzuatmen und Zuhörern die Möglichkeit, über das Gesagte nachzudenken. Wenn du kurze Sätze magst, pass dennoch auf, dass du deine Punkte nicht zu früh setzt. Das kann besonders in Briefen unhöflich wirken. Ein Beispiel: „Die Unterlagen bekommen Sie. Per Post die Arbeitsproben. Per E-Mail die Zeugniskopien. Dann sollte alles beisammen sein.“

Das Komma

Mit dem Komma - im österreichischen Sprachgebrauch Beistrich genannt - stehen viele von uns auf Kriegsfuß. Die meisten setzen es nach Geschmack oder nach Gehör. Allerdings kann es dann passieren, dass die Aussage eines Satzes völlig verfälscht wird, zum Beispiel: „Komm, wir essen Opa!“ anstatt richtig: „Komm, wir essen, Opa!“ Hilfestellung bietet hier der Duden.

Das Fragezeichen

„Wer fragt, führt das Gespräch!“, lautet eine Verkaufsregel. Es stimmt, denn das Fragezeichen fördert die Kommunikation. Fehlt die Antwort, ist der Dialog noch nicht abgeschlossen. Auch in Briefen ist Platz für so manche Frage, zum Beispiel: „Benötigen Sie weitere Unterlagen? Gerne bringe ich diese auch persönlich in Ihrem Büro vorbei.“

 

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Das Rufzeichen

„Wir sind hier nicht auf Facebook!“, kommentierte eine Lehrerin einmal treffenderweise den Aufsatz eines Schülers. Gemeint hat sie damit drei hintereinander gesetzte Ausrufezeichen an einem Satzende. Mit Rufzeichen solltest du sparsam umgehen. Sie emotionalisieren und machen aus so manch neutraler Aussagen eine „Satzbombe“. Ein Beispiel: „In diesem Job verdienst du 3.000 Euro netto im Monat!“ Dieser Satz bekommt interessanterweise eine andere Dynamik, wenn das Rufzeichen so gesetzt wird: „In diesem Job verdienst du 3.000 Euro netto (!) im Monat.“

Der Doppelpunkt

Der Doppelpunkt baut eine gewisse Spannung im Text auf und signalisiert: Mein Gedanke ist noch nicht zu Ende! Gleichzeitig erleichtert er den Lesefluss, weil man mit seiner Hilfe berüchtigte Schachtelsätze teilen kann. Bindewörter wie „dass“, „nämlich“ oder „deshalb“ werden nicht mehr gebraucht! Ein Beispiel: „Nach einer mehrstündigen Besprechung steht fest: Das Unternehmen benötigt drei weitere Mitarbeiter in Verkauf und Verwaltung.“

Der Gedankenstrich

Dieses Satzzeichen hat eine ähnliche Funktion wie ein Satzpunkt. Es macht deutlich, dass ein Gedanke zwar zu Ende ist, dass im Anschluss aber noch etwas Spannendes, Unerwartetes oder sogar Widersprüchliches folgt. Solltest du zum Beispiel mit einem potentiellen Arbeitgeber einen Gesprächstermin vereinbaren, kannst du ohne weiteres auch einen Gedankenstrich verwenden, zum Beispiel: „Ich bin noch bis Freitag telefonisch erreichbar - allerdings nur bis 12 Uhr mittags! Danach fahre ich übers Wochenende ins Ausland.“

 

[Außerdem auf tirolerjobs.at: Das Bewerbungsschreiben - Braucht man das überhaupt?]

 

Der Strichpunkt (Semikolon)

Wenn du zu denjenigen gehörst, die viele Textnachrichten schreiben, verwendest du den Strichpunkt mit Sicherheit täglich. Wenn schon nicht als Satzzeichen, dann zumindest als „Baustein“ für einen Zwinker-Smiley. Habe ich recht ;-) ? Das ist schade, denn der Strichpunkt dient der Verfeinerung der Sätze. Er trennt Satzgefüge stärker als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt. Ein Beispiel: „Mein Studium schließe ich im Juni ab; danach betreue ich drei Wochen lang Kinder in einem Sprachcamp. Die Stelle als … kann ich ab 1. August antreten.“


Habe ich deine Lust auf das Ausprobieren aller Satzzeichen geweckt? Ich finde, die deutsche Sprache ist keineswegs langweilig, sondern hat allerhand zu bieten. Viel Spaß beim Tüfteln und viel Erfolg mit deinen Bewerbungsschreiben wünscht dir dein Team von tirolerjobs.at!

 

Susanne Huber-Schwarz - Bewerbungsfee

Susanne Huber-Schwarz, bewerbungsfee.at

Susanne korrigiert und optimiert unter anderem Bewerbungsunterlagen oder erstellt sie auf Wunsch ganz neu. Für nähere Informationen steht sie dir telefonisch unter +43 660 5025820 oder susanne@bewerbungsfee.at zur Verfügung. Susanne freut sich auf deine Anfrage!

 

 

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