Unsere digitalisierte Welt: Ich lerne, also bin ich!

Die Einschulung am Arbeitsplatz für ein neues EDV-Programm mitmachen, Apps downloaden, Social Media-Beiträge erstellen, die Programmierung des brandneuen Fernsehgerätes verstehen lernen und Bestellungen online erledigen - all das machen wir Tag täglich, manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Doch eines haben all diese Prozesse gemeinsam: In unserer digitalisierten Welt lernen wir jeden Tag, ohne dass dies uns ständig bewusst ist. Auch unsere Arbeitswelt ist von der Digitalisierung betroffen und verändert diese rasant. Neue Jobprofile werden geschaffen und einfache Arbeitsprozesse durch Maschinen ersetzt. Doch wie sehr wird der digitale Wandel unsere Arbeitswelt beeinflussen und was sind die Vor- und Nachteile?

Digitalisierung | Der Arbeitswelt

Was ist Digitalisierung?

Digitalisierung bedeutet soviel wie die Transformation von analogen Daten in digitale Formate. Wo man früher 20 CDs und DVDs verstaute, kann man heute mittels eines Knopfdrucks oder einer APP, ohne großen Aufwand darauf zugreifen. Unsere Arbeitswelt zieht in diesen Belangen rasch mit.

In unserer modernen Arbeitswelt ist vor allem das Zusammenspiel zwischen Maschine und Mensch gefragt, mittels künstlicher Intelligenz konnten bereits einige Arbeitsprozesse durch Roboter ersetzt werden. Der zweck des digitalen Wandels ist es, Arbeitsprozesse fehlerfrei zu optimieren, Arbeitskräfte abzulösen, Jobs zu kreieren und neue Technologien zu entwickeln. Anders gesagt, soll es unser Arbeitsleben vereinfachen, kontrollieren und flexibler gestalten.

  • Produktionsprozesse werden automatisiert (Fließbandarbeit)
  • Maschinen, Computer und Roboter sollen Arbeiter*innen ersetzen
  • Informationen sollen über digitale Wege weltweit verbreitet werden
  • Neue Arbeitsplätze und Berufe werden erschaffen
  • Digitale Kompetenzen werden optimieren

 

Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.
- Carly Fiorina, CEO Hewlett-Packard -


Wie es früher war

„Lebenslanges Lernen“ - in den 80er Jahren war dieser Begriff schon ein wenig bekannter. Dennoch verlief damals das Leben nach dem Schema: Schule - Ausbildung - Beruf ausüben und nach 40 Jahren in Pension gehen. Schon als Kind empfindet man so ein Erwachsenenleben als schrecklich, statisch und irgendwie hoffnungslos … 40 Jahre lang das Gleiche tun?

Kann man das überhaupt durchhalten, ohne in Langeweile zu versinken? Früher bildeten sich Berufstätige an Erwachsenen- oder Volkshochschulen weiter. Gut gebucht waren Sprachkurse oder Vorträge über Fernreisen, die dem interessierten Publikum mit VHS-Kassetten vorgeführt wurden. Fachwissen bezog man, wenn überhaupt aus Büchern. Ende der 80er Jahre dann die Revolution: Microsoft Windows 1.0 hielt an so manchen Arbeitsplätzen Einzug, und wer einen experimentierfreudigen Chef hatte, bekam eine Computermaus noch oben drauf. Damals glaubte man, mit einem simplen MS-DOS-Anwenderkurs den Olymp der EDV-Welt erklommen zu haben. Heute gelten alle Fortbildungen im digitalen Bereich, die älter als ein Jahr sind, als veraltet. Wie bei fast allem, stellte man sich die Fragen: „War’s das jetzt?“, oder „Was kommt als nächstes?“ Sie hatten keinerlei Vorstellungen darüber, dass es einmal eine Zeit geben würde, in der ein Ende des Lernens nicht in Sicht ist.


Habe ich jemals ausgelernt?

Die Antwort ist NEIN – aufgrund der Digitalisierung sind wir Tag täglich mit den aktuellen Medien und sofort abrufbaren Informationen konfrontiert. Ein Arbeitsplatz ohne diese Technologie ist heutzutage unvorstellbar und ein Leben ohne Smartphone? Sowieso kaum weg zu denken!

Die Digitalisierung erleichtert uns nicht nur die einfachsten Handlungen wie beispielsweise einkaufen, sondern auch das Lernen, welches wir uns durch Online-Kurse bequem von zu Hause aus aneignen können. Der heutigen Zeit sind keine Grenzen gesetzt. Karrierechancen, von denen wir früher nur geträumt haben, sind heutzutage mit so viel digitalen Erleichterungen zum Greifen nah.

Die digitalen Lernformate:

  • Videos, Tutorials, digitale Dokumentationen und Podcasts
  • Online Trainings via. Live-Cam (Webinar)
  • Virtuelle Klassenzimmer (Schüler*innen/Student*innen können sich untereinander austauschen)
  • Online-Studien inklusive digitaler Vorlesungen und anschließender Prüfungsphase

Welche Jobs können ersetzt werden

  • Kassierer*innen (Digitale Selbstbedienungskassen in Supermärkten)
  • Reisebüro (Bequeme Onlinebuchung mit effizientem Preisvergleich)
  • Fließbandarbeiter*innen (Ersatz durch hochtechnologische Roboter)

Durch die Digitalisierung können Arbeits-Mechanismen rückverfolgt und kontrolliert werden. Dies hilft uns, unsere Arbeitsweise zu optimieren und zukünftige Fehler vorzubeugen. Auch die Flexibilität spielt mit dem Wandel eine enorme Rolle. Arbeitnehmer*innen ist es wichtig, auch von zu Hause und an individuellen Standorten arbeiten zu können. Den Interessen der Mitarbeiter*innen entgegenzukommen, fördert nicht nur die Produktivität, sondern auch den Erfolg des Unternehmens.

Zukunftsforscher sind sich einig, dass in spätestens 5 Jahren monotone Fabrikarbeiten nur noch von Computern und Robotern geleistet werden. Auch der Begriff Intranet ist in vielen Berufstätigen bereits ein Begriff. Wir sprechen von einem System, welches das Kommunizieren untereinander und den Datenfluss im Unternehmen erleichtern soll. E-Mails sind OUT, denn in zeitgemäßen Firmen werden (Gruppen) Live-Chats verwendet. Durch das Intranet sollen Informationen schneller fließen, Arbeitsprozesse optimiert und Daten passend gespeichert werden.


Heute lernen wir, ohne es zu merken

Ein Tutorial ansehen, Informationen aus einer Doku im Internet beziehen und auf die Neusten Schlagzeilen gleich Zugriff zu haben - du glaubst, das alles ist kein Lernen? Doch, das ist es! Und das Schöne dabei: Es passiert permanent, praktisch fließend, und ohne ein Geld für ein Fachbuch oder für ein Fortbildungsinstitut in die Hand zu nehmen. Lebenslanges Lernen in der neuen Zeit sollte aus einer gesunden Mischung von klassischem institutionalisiertem Unterricht, Training, dem Besuch von Workshops, Seminaren oder Webinaren, Lesen von Literatur, aus Vorträgen, und dem gegenseitigen Austausch - vielleicht sogar in Peergroups - oder dem Ansehen von Videos bestehen. Was am digitalen Lernen so unglaublich praktisch ist: Es macht lebenslanges Leben spielerischer und kreativer, und uns selbst ein großes Stück autonomer.

Der Druck mit dem Fluss der Digitalisierung mit zu schwimmen ist hoch. Ebenfalls schläft die Konkurrenz nie und entwickelt sich ebenfalls mit dem Strom der Onlinetrends.


Vor- und Nachteile der Digitalisierung

Den „Wow!“-Effekt beim Erlernen digitaler Kompetenzen kennt wohl jeder. Wir staunen über die großartigen Möglichkeiten und verlieben uns sehr bald in alle digitalen Hilfsmittel, die uns in erster Linie Spaß machen und in zweiter Linie das Leben erleichtern. Schließlich ist es ja auch die Neugier, die uns antreibt. Die Neugier, welche unsere Spezies schon über einen nicht unbeträchtlichen Zeitraum am Leben erhält.

PRO

  • Erleichtert unseren Alltag (schnelle Datenverbindung via Knopfdruck)
  • Neue Arbeitsplätze werden geschaffen
  • Neue und weltweite Kontaktkanäle
  • Verbessert die Effizienz und Produktivität (mehr Informationen und bessere Entscheidungen)
  • Erleichtert Kommunikation unter Mitarbeiter*innen und fördert die Teamarbeit
  • Datenspeicher und dessen Sicherheit

CONTRA

  • Cyberkriminalität
  • Kontinuierliche Kontrolle unserer Privatsphäre
  • Arbeitsplatzverlust (ersetzen durch Maschinen und Roboter)
  • Soziale Trennung

Diese Überlegungen sind wahrscheinlich für alle Leser*innen der „Generation Online“ ziemlich überflüssig. Sie beziehen das Internet und digitale Hilfsmittel seit ihrer Schulzeit in ihr Leben und Lernen ein, und gehen ganz selbstverständlich damit um. Allen anderen soll dieser Artikel bewusst machen, dass sie täglich Großartiges leisten, weil sie sich „das Neue“ praktisch „nebenbei“ aneignen (müssen). Ob freiwillig oder gezwungenermaßen, sei dahingestellt. Wichtig ist, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, dass wir nicht stehen bleiben (sollten).

UNSER FAZIT FÜR DICH

Unsere Welt dreht sich schneller und schneller, so auch deren Revolution. Stichwort Digitalisierung, Tag täglich werden neue Technologien erfunden und erforscht. Der radikale digitale Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft begann vor 50 Jahren, dort wurden die ersten Vorbereitungen für das Internet getroffen. Arbeiter*innen werden mittels Roboter und Maschinen ersetzt, optimiert und standardisiert. Neue Arbeitsplätze werden erschaffen und unser Leben soll flexibler und einfacher werden. Durch den enormen Datenfluss, welchem wir ständig ausgesetzt sind, ist es uns möglich, ständig auf dem neusten Stand zu sein und unbewusst zu lernen.

Die Digitalisierung verwirklicht jedoch nicht nur Positives, wie die eigene Gestaltung des Arbeitsplatzes, sondern bringt auch noch bisher eher unbekannte Gefahren wie Cyberkriminalität und Kontroll-Mechanismen unserer Privatsphäre mit sich. Der Wandel verhilft zur Chancengleichheit und wird unsere Arbeitswelt in der Zukunft vor neue Herausforderungen stellen. Du selbst bist für dich verantwortlich und nur du entscheidest ob du die Chance ergreifst und die unbegrenzten Möglichkeiten nutzt. Schwimmst du mit - im Fluss der digitalisierten Arbeitswelt?

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