So hältst du den Dialog in Briefen aufrecht: Die Verstärker in einem Brief

„Einer muss sich plagen - der Schreiber oder der Leser“, meinte einmal der deutsche Journalist und Sprachstillehrer Wolf Schneider. Meines Erachtens musst du kein Sprachkünstler sein, um ansprechende Briefe zu schreiben! Mit ein paar einfachen Tipps von Susanne Huber-Schwarz verfasst auch du ansprechende Bewerbungsschreiben.

So hältst du den Dialog in Briefen aufrecht

Die Einfachheit der Dialogmethode® von Prof. Siegfried Vögele ist genau der Grund, warum ich mir diesen Schreibstil angeeignet habe: Briefe zu schreiben, die gut verständlich sind, über den berühmten roten Faden verfügen und die Leser*innen zum Handeln auffordern ist keine Kunst. Es ist vielmehr ein Handwerk, das sich gut lernen und mit ein bisschen Übung immer weiter verfeinern lässt.


Die Verstärker in einem Brief

Erinnerst du dich an den Artikel von vorletzter Woche, in dem ich über die Filter in einem Brief geschrieben habe? Nun, im Umkehrschluss werden alle Filter, die du vermeidest, zu Verstärkern in einem Brief, wenn du dich an die Empfehlungen hältst. Positiv und sympathisch wirken zudem folgende Kniffe:

Akamdemisch Grade anführen

Adresse und Anrede: Gerade in Österreich ist es ratsam, zu den richtig geschriebenen Empfängernamen auch akademische Grade anzuführen, also zum Beispiel „Herr Mag. Max Mustermann“. Die sogenannten neuen akademischen Grade werden hinter den Namen gestellt, also „ Herr Max Mustermann, BA“. Diese neuen Grade werden in der Anrede übrigens nicht genannt. Auch sehr wichtig: Erkundige dich genau, über welche Gesellschaftsform das Unternehmen verfügt, bei dem du dich bewirbst und führe diese Form auch im Adresskopf an, zum Beispiel: „Firma Mustermann GmbH“. Daran erkennen Personalchefs, dass du im Vorfeld schon gründlich recherchiert hast.


Formatierung beachten

Schriftart und Schriftgröße: Schon oft gesehen, aber einfach nicht schön: Unterschiedliche Schriftarten und Schriftgrößen in einem Brief. Das wirkt sehr zusammengebastelt und unprofessionell! Wenn der Brief viel Text hat, kannst du eventuell mit der Schriftgröße ein bisschen schwindeln. Eine Größe von 10 Punkt bei gängigen Schriftarten wie Arial oder Helvetica ist noch gut lesbar. Umgekehrt solltes du kurze Anschreiben aber nicht durch zu große Schrift verunstalten. Bei Schriftgrößen über 14pt wirkt dein Anschreiben schnell als Kinderbrief. Eine etwas größere Schrift ist für den Betreff erlaubt, der restliche Text sollte gleich groß geschrieben sein.

Verbalstil statt Nominalstil

Hier gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die du nutzen kannst, um dein Schreiben aktiv und positiv zu formulieren!
Vermeide Substantive auf -ung, -heit und -keit: Wie bereits erwähnt, wird dein Schreiben lockerer, wenn du auf Hauptwörter mit diesen Endungen verzichtest. Ein Beispiel: „Mit diesem Schreiben bewerbe ich mich als Rezeptionistin in Ihrem Hotel“ klingt doch wesentlicher unkomplizierter als „Hiermit sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen für die Stelle als Rezeptionistin“, oder etwa nicht? Ist dir noch etwas aufgefallen? Indem du „in Ihrem Hotel“ hinzufügst, bleibst du mit den LeserInnen im Dialog. „Für die Stelle als“ klingt im Vergleich unpersönlich und nüchtern.

Verwende Vollverben: Vollverben sind all jene Zeitwörter, die eine Tätigkeit beschreiben, beispielsweise „bewerben“, „schreiben“, „lesen“, „senden“ oder „freuen“. Bitte vermeide Modalverben, also Möglichkeitsformen, wo es nur geht! Zu den Modalverben gehören „möchten“, „würden“, „sollen“ und „dürfen“. „Ich freue mich, wenn Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch einladen“ klingt wesentlich aktiver als die vermeintlich höfliche Formulierung „Ich würde mich freuen, wenn …“. Möglichkeitsformen sind sehr unkonkret! Außerdem möchtest du den Leser*innen vermitteltn, dass sie dich unbedingt einladen sollten, weil du ein*e tolle*r Mitarbeiter*in bist. Deine Überzeugung überträgst du mit einer aktiven und nicht bittenden Formulierung auf dein Gegenüber!

Passivkonstruktionen vermeiden: Passivkonstruktionen machen Texte langweilig, bürokratisch und unpersönlich. Aktiv ist leichter verständlich, freundlicher und fast immer kürzer. Ein Beispiel: „Alle Aufgaben werden von mir sorgfältig und genau erledigt.“ Brrr! Sag einfach: „Ich arbeite sorgfältig und genau.“ Ein kurzer Satz, der viel aussagt!


Los geht's!

Mit diesen Tipps fällt es dir leichter, dein Gegenüber für dich als Person und mögliche*n Mitarbeiter*in zu überzeugen. Deine Argumente werden klarer, sind leicht verständlich und das Interesse bleibt länger bei deinem Text. Bist du dir unsicher in der Formulierung, besprich deine Varianten mit Freund*innen. Und verliere nicht den Mut, wenn das Verfassen des Anschreibens schwieriger ist als gedacht. Texten braucht immer etwas Übung. Hast du aber einmal den Dreh raus und deine Formulierenen gefunden, bist du dafür bei allen weiteren Briefen flott. Wenn du gar nicht mehr weiter weißt, hilft dir Susanne Huber-Schwarz gerne weiter!

Im Rahmen meiner Textservice-Agentur biete ich an, Bewerbungsschreiben nach der Dialogmethode® zu optimieren. Ich freue mich über Anfragen aller Art! Bis nächste Woche im Blog von tirolerjobs.at!

 

Susanne Huber-Schwarz - Bewerbungsfee

Susanne Huber-Schwarz, bewerbungsfee.at

Susanne korrigiert und optimiert unter anderem Bewerbungsunterlagen oder erstellt sie auf Wunsch ganz neu. Für nähere Informationen steht sie dir telefonisch unter +43 660 5025820 oder susanne@bewerbungsfee.at zur Verfügung. Susanne freut sich auf deine Anfrage!

 

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